Arbeitsvertrag mit Verfallsdatum – das Wichtigste über befristete Jobs

freistellung-bei-befristetetem-arbeitsvertrag

Für Berufseinsteiger sind befristete Beschäftigungsverhältnisse heute Alltag. Man unterscheidet Befristungen mit und ohne Sachgrund – beide Vertragstypen sind an Bedingungen geknüpft. Bei Sachbefristungen sind auch Kettenbefristungen zulässig.

Rund die Hälfte aller Job-Neueinsteiger bekommt mittlerweile einen befristeten Arbeitsvertrag. Ob dies als persönliche Freiheit oder als angezählt vom ersten Tag an empfunden wird, hängt vom subjektiven Empfinden ab. Fakt ist, laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, dass der Anteil befristeter Verträge bei Neueinstellungen in nur zehn Jahren bis 2011 auf mehr als 45 Prozent gestiegen ist. Besonders oft trifft die Befristung Arbeitnehmer unter 35 Jahren. In manchen Branchen (bspw. außerschulisches Bildungswesen) treten Befristungen zudem häufiger auf als in anderen Wirtschaftszweigen.

Mit und ohne Sachgrund: zwei Arten von Befristung

Arbeitsverträge können mit oder ohne Sachgrund befristet sein. Befristungen ohne sachlichen Grund gibt es nur bei neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Wer neu in ein Unternehmen kommt, kann bis zu zwei Jahre befristet beschäftigt werden. In diesem Zeitfenster kann dreimal verlängert werden. Einige Ausnahmen von dieser Regelung gibt es: Wer älter als 52 Jahre ist, kann bis zu fünf Jahre befristet angestellt sein. In neu gegründeten Firmen kann die Befristung ohne Sachgrund vier Jahre dauern.

Sachbefristungen: Kettenbefristungen sind erlaubt

Bei Arbeitsverträgen, die aus sachlichen Gründen befristet sind, sind Kettenbefristungen nicht ausgeschlossen: Sachlich begründete Befristungen können beispielsweise bei Krankheits- oder Elternzeitvertretungen eintreten. In der Privatwirtschaft kann ein – zeitlich eben befristetes – Projekt Auslöser für diesen Befristungstyp sein. Im öffentlichen Dienst mag ein Projekt an zeitlich befristete Haushaltsmittel gebunden sein. In all diesen Fällen gilt: Es können prinzipiell beliebig viele solcher Verträge als Kette aufeinander folgen.

Weitere Informationen: Teilzeit- und Befristungsgesetz