Glossar: Leitender Angestellter

Was versteht man unter einem leitenden Angestellten?

Ein leitender Angestellter im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes ist ein Arbeitnehmer, dem wesentliche Arbeitgeberbefugnisse übertragen wurden. Er übernimmt Aufgaben der Einstellung und Entlassung von Mitarbeitern, erhält eine Handlungsvollmacht oder übernimmt weitere Aufgaben in unternehmerischer Funktion. Er hat dabei einen erheblichen Entscheidungsspielraum. Mindestens eine der genannten Funktionen muss dem Angestellten dauerhaft übertragen worden sein, damit er als leitender Angestellter gilt.

Ein leitender Angestellter ist somit nicht zu verwechseln mit einem Angestellten in Leitungsfunktion, z.B. einem Abteilungsleiter.

Leitende Angestellte sind aus dem persönlichen Bereich des Betriebsverfassungsgesetzes
ausgenommen, da sie einen Interessengegensatz gegenüber anderen Mitarbeitern haben.

Außerdem befinden sich leitende Angestellte in einem hohen Vertrauensverhältnis zu
ihrem Arbeitgeber, sodass Besonderheiten bei der Kündigung gelten. Verfehlungen, die
bei anderen Arbeitnehmern keine Auswirkung hätten, z.B. alkoholbedingtes Fehlverhalten
oder Straßenverkehrsdelikte, können bei leitenden Angestellten eine Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen oder eine personenbedingte Kündigung zur Folge haben.

Die Vergütung wird in der Regel frei bestimmt, da für leitende Angestellte meist keine Tarifverträge gelten. Weiterhin sind sie vom Arbeitsschutzgesetz ausgeschlossen, besonders im Hinblick auf die Arbeitszeiten.

Die Belange der leitenden Angestellten werden nicht vom Betriebsrat vertreten, sondern von einem Sprecherausschuss, wenn ein solcher im Betrieb besteht. Der Sprecherausschuss verfügt über bestimmte Informations- und Konsulatsrechte, die aber schwächer gestaltet sind als die des Betriebsrates.

Arbeitsverträge finden Sie hier.