Glossar: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Was versteht man unter Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

Sollte ein Arbeitnehmer unverschuldet arbeitsunfähig erkranken und an seiner Arbeitsleistung verhindert sein, hat er nach dem sogenannten Entgeltfortzahlungsgesetz einen Anspruch darauf, bis zur Dauer von 6 Wochen von seinem Arbeitgeber sein Entgelt weiter zu erhalten. Während dieser sechs Wochen beträgt die Lohnfortzahlung 100 Prozent des Arbeitsentgelts. Nach sechs Wochen kann von der Krankenkasse ein weiteres Krankengeld in Höhe von 70 Prozent gezahlt werden. Sollte der Arbeitnehmer mehrfach innerhalb eines Jahres an derselben Krankheit erkranken, so ist der Arbeitgeber lediglich zu einer einmaligen, nur sechswöchigen Lohnfortzahlung verpflichtet. Befinden sich zwischen zwei solchen Krankheitsfällen mehr als sechs Monate, in denen der Arbeitnehmer seiner Tätigkeit gemäß seiner Verpflichtungen nachgekommen ist, hat er wieder Anspruch auf eine Lohnfortzahlung.

Um Anspruch auf eine solche Lohnfortzahlung zu haben, ist es notwendig, dass das Arbeitsverhältnis mindestens vier Wochen ununterbrochen bestanden hat. Zudem muss die Krankheit auch zur Arbeitsunfähigkeit führen, d.h. den Arbeitnehmer daran hindern, seine vertraglich geschuldete Tätigkeit auszuüben. Zusätzlich darf diese Arbeitsunfähigkeit nicht vom Arbeitnehmer selbst verschuldet sein. So ist von einer verschuldeten Arbeitsunfähigkeit die Rede, wenn die Gesundheit des Arbeitnehmers von selbigem aufs Spiel gesetzt wurde.

Der Arbeitnehmer ist der Anzeige- und Nachweispflicht verpflichtet. Er muss zum einen seinen Arbeitgeber schnellstmöglich über seine Erkrankung informieren und ihm spätestens nach drei Tagen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit einer Erklärung seiner Arbeitsunfähigkeit und der voraussichtlichen Dauer einreichen. Sollte der Arbeitnehmer diesen Pflichten nicht nachkommen, ist es möglich, dass der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung verweigert.