Glossar: Minijobber

Was ist ein Minijobber?

Minijobber sind Arbeitnehmer, welche in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis tätig
sind. Dieses Arbeitsverhältnis unterliegt besonderen sozialversicherungsrechtlichen und lohnsteuerrechtlichen Vorschriften. Es wird durch ein geringes Arbeitsentgelt (maximal 450 Euro) oder eine geringe Dauer des Beschäftigungsverhältnisses (maximal 2 Monate oder 50 Arbeitstage) bestimmt. Ist ein Arbeitnehmer in mehreren geringfügigen Beschäftigungen tätig, welche ein Gesamtentgelt von 450 Euro pro Monat (5400 Euro im Jahr) überschreiten, zählt er nicht zu den Minijobbern.

Ein Minijobber ist nicht verpflichtet eine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu
zahlen. Die Krankenversicherung wird über die Familienversicherung aufrecht erhalten. Eine Unfallversicherung hingegen besteht. Auch die Rentenversicherung muss bezahlt werden. Wird ein Minijob neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeführt, so bleibt die geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei. Eine Versicherungspflicht besteht ab zwei ausgeführten Minijobs. Der Arbeitgeber hat dabei verschiedene Abgaben zu leisten. Darunter fallen 13 % gesetzliche Krankenversicherung und 15 % gesetzliche Rentenversicherung sowie 2 % Pauschalsteuer. Insgesamt belaufen sich die zusätzlichen Aufwendungen auf 30,99 %. Private Haushalte, die einen Minijobber beschäftigen, haben jeweils nur 5 % bis insgesamt 14,44 % Abgaben zu leisten.

Arbeitsrechtlich sind Minijobber nicht benachteiligt. Sie haben neben dem Kündigungsschutz im
Krankheitsfall auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung und Anspruch auf Feiertagsvergütung. Sowohl das Bundesurlaubsgesetz als auch das Mutterschutzgesetz finden ebenfalls Anwendung.

Ein Minijobber arbeitet nicht steuerfrei. Möglich ist der Abzug einer Pauschalsteuer von 2 % oder die Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen.