Glossar: Überstunden

Was versteht man unter Überstunden?

Die Arbeitszeit und damit auch die Überstunden sind im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dieses besagt, dass ein Arbeitnehmer nicht mehr als acht Stunden am Tag und insgesamt nicht mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten darf. Alle Stunden, die darüber hinaus abgeleistet werden, sind als Überstunden zu bezeichnen. Ist tariflich eine wöchentliche Arbeitszeit von nur 35 Stunden geregelt, zählt jede Stunde, die darüber hinaus abgeleistet wird auch als Überstunde, auch wenn sie noch unter der gesetzlichen Höchstgrenze von 40 Stunden liegt.

Die Mehrarbeit, die dadurch abgeleistet werden muss, kann durch den Arbeitgeber z.B. aufgrund von Krankheitsfällen oder einer erhöhten Auftragslage angewiesen werden. Ist die Mehrarbeit nicht vertraglich geregelt, kann sie nur in Notfällen vom Arbeitgeber verlangt werden.

Durch gesetzliche Grenzen ist die Ausdehnung der Arbeitszeit strikt auf 10 Stunden pro Tag begrenzt. In den darauffolgenden sechs Monaten muss allerdings ein Freizeitausgleich erfolgen, um im Durchschnitt das Arbeitspensum von acht Stunden pro Tag nicht zu überschreiten. Der Arbeitgeber kann somit keine dauerhafte Mehrarbeit verlangen.

Zwei Möglichkeiten der Vergütung

Für den Ausgleich bzw. die Vergütung der Überstunden gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, die mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden müssen. Zum einen können die Überstunden durch Freizeit abgebaut werden. Zum anderen werden Überstunden ausbezahlt, was der Regel entspricht. Gesetzlich ist diese Zeit wie normale Arbeitszeit zu vergüten; mit vorheriger Vereinbarung kann aber auch ein Sonderzuschlag verlangt werden. Arbeitet der Arbeitnehmer mit einem sogenannten Gleitzeitguthaben, besteht kein Recht auf eine Auszahlung der Überstunden, da die Gleitzeit in diesem Fall zu den normalen Arbeitsstunden gehört.

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