Glossar: Verjährung

Was versteht man unter Verjährung?

Der Begriff der Verjährung bezeichnet den durch Fristablauf bewirkten Verlust der Möglichkeit, einen Anspruch geltend machen zu können. Die Verjährung führt dazu, dass der Schuldner an den Gläubiger nicht mehr zu leisten braucht. Der Anspruch ist nicht vernichtet, sondern ist nur nicht durchsetzbar.

Die Verjährungsfristen sind dem Zivilrecht zu entnehmen. Seit der Schuldrechtsreform 2002 wurden die Verjährungsfristen neu bestimmt: Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nun drei Jahre. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen davon abgewichen werden kann. Diese Fristen unterscheiden sich dann sowohl in dem Beginn der Verjährungsfrist als auch in deren Länge. Gewöhnlich beginnt die Frist ab dem Jahr, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den Umständen Kenntnis erlangen oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen konnte. Es besteht unter anderem die Möglichkeit, dass die Verjährung gehemmt wird. Ist das der Fall, läuft die Frist nicht weiter. Wenn die Gründe für die Hemmung dann nicht mehr existent sind, setzt die Frist sich fort. In seltenen Fällen ist es auch möglich, dass die Verjährungsfrist komplett neu beginnt – beispielsweise wenn der Schuldner bereit ist, den Anspruch anzuerkennen. Weiterhin können die Parteien auch eine Verlängerung oder Verkürzung der Frist vereinbaren, wenn nicht unzulässige Gründe dagegen sprechen. Weiterhin gibt es auch gesetzlich geregelte, absolute Verjährungsfristen. Sie werden auch Höchstfristen genannt. Nach dem Ablauf einer solchen Frist, welche bei der regelmäßigen Frist 10 Jahre beträgt, tritt die Verjährung unabhängig von Anspruchsentstehung und Kenntniserlangung ein.

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