Brandschaden in der Immobilie – wer haftet?

Mieter, die einen Brandschaden verursachen, können auch bei bestehender Feuerversicherung finanziell haften: Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Rechnung nach erfolgter Schadensbehebung auf dem Regresswege an einen verursachenden Dritten weiterreichen.

Die Rauchmelder, per Funk miteinander verbunden, waren zum Glück funktionsfähig, als der Mieter die Küche verließ: Den Herd hatte er nämlich nicht ausgestellt und brennbares Material lag nah an der heißen Platte. Zu nah, wie das schrille Pfeifen der Rauchmelder im Treppenhaus nur wenige Minuten (!) später lautstark verkündete. Die – typische – Situation ging glimpflich aus, doch die Frage blieb: Wer hätte im Fall der Fälle für den Brandschaden gehaftet? “Die in der Gebäudeversicherung des Eigentümers enthaltene Feuerversicherung”, dachte sich der Mieter, mit dem Schreck davongekommen, im stillen Kämmerlein. Und irrte, in dieser Pauschalität.

Regress gegen unachtsame Mieter

Zwar ist es richtig, dass die Feuerversicherung zunächst einmal dem Wohnungs- oder Hausbesitzer den Schaden ersetzt, der bei einem Brand entstanden ist. Und dies unabhängig davon, ob dieser dem Feuer oder dem Löschwasser der Feuerwehr geschuldet ist. Wurde der Brand jedoch grob fahrlässig oder sogar vorsätzlich verursacht (= Brandstiftung), so kann der Versicherer anschließend versuchen, sich auf dem Regresswege am Verursacher, hier also unserem Mieter, schadlos zu halten. Mieter haften folglich für von ihnen verursachte Brandschäden. Dies wird gemildert, wenn der Mieter die Prämien der Police über seine Nebenkostenabrechnung mit bezahlt, also die Versicherungsbeiträge umgelegt werden. Dann stehen dem Mieter dieselben Rechte zu wie dem Vermieter: Er haftet nur dann, und zwar prozentual anteilig, wenn Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen sind. Bei leichter Fahrlässigkeit hingegen kann der Versicherer die Rechnung nach erfolgter Schadensbehebung nicht an den Mieter weiterreichen.

Der Versicherungsnehmer, bei Gebäuden mit mehreren Wohnparteien typischerweise die Eigentümerversammlung, kann allerdings weiter ruhig schlafen: Ob der Regress gelingt oder nicht, spielt für seinen Schadensersatz keine Rolle.