Gute Tat per Testament: Wie man sein Erbe für gemeinnützige Zwecke einsetzt

Oft ist die Rede von einem zunehmenden Egoismus in unserer Gesellschaft. Dagegen spricht jedoch die ständig größer werdende Zahl von Menschen, die ihr Erbe gemeinnützigen Zwecken zukommen lassen. Ob es sich dabei um das gesamte oder nur um einen Teil des Vermögens handeln soll – Testamente bieten auch hierfür den passenden Rahmen.

Erbe an juristische Personen

Die meisten karitativen Organisationen sind als Verein oder Stiftung organisiert. Das vereinfacht das Vererben deutlich, da es sich hierbei um juristische Personen handelt. Mehr oder weniger werden derart strukturierte gemeinnützige Unternehmungen vom deutschen Erbrecht wie menschliche Personen behandelt. Auf diese Weise lässt sich das Vermögen ebenso leicht auf verschiedene Organisationen aufteilen, wie auch nur eine einzige als Alleinerbin eingesetzt werden kann.

Steuervorteile nutzen

Die Erbschaftssteuer stellt für den Staat eine wichtige Einnahmequelle dar. Diese entfällt jedoch komplett, wenn das Vermögen an ausgewiesen karitative Organisationen geht. Allerdings sollte man darauf achten, dass die ausgewählte Organisation sämtliche in der Abgabenordnung festgelegten Voraussetzungen erfüllt. So reicht es nicht, wenn die Organisation nur teilweise gemeinnützig wirkt. Sie muss sich ausschließlich und unmittelbar in ihrer Satzung zu gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichten. Auch der Aspekt der Selbstlosigkeit ist für die Steuerbefreiung entscheidend. Keinesfalls darf ein Unternehmen auf Gewinnmaximierung angelegt sein. In Zeiten wo immer häufiger staatliche und private Geldgeber in nur schwer durchschaubaren Strukturen zusammenfinden, empfiehlt es sich daher dringend, derartige Organisation genau zu prüfen und gegebenenfalls einen Mitarbeiter zu kontaktieren, bevor man sie im Testament begünstigt. Dazu sollte man, neben der Satzung der Organisation, den sogenannten Freistellungsbescheid anfordern. Hierbei handelt es sich um ein Formular des Finanzamtes, das die Steuerbefreiung und den damit einwandfrei gemeinnützigen Charakter der Organisation bescheinigt.

Kontrolle durch Testamentsvollstrecker

Gerade wenn zwischen dem Erstellen des Testaments und dem Tod des Erblassers eine größere Zeitspanne liegt, ist der Einsatz eines Testamentsvollstreckers sinnvoll. Es sollte sich hierbei um eine Person handeln, die dem Erblasser nahesteht und dessen Motive hinsichtlich der Vererbung an die gemeinnützige Organisation kennt. Auf diese Weise lässt es sich verhindern, dass etwa im Falle eingetretener Veränderungen der karitativen Organisation das vererbte Vermögen Zwecken zugutekommt, die nicht im Sinne des Erblassers sind.